IT-MÜCKE

Kastrierter Router und das Internet [Update]

19.01.2011

Ein merkwürdiger Titel - zugegeben. Aber anders kann man die Router-Probleme der letzten zwei Tage nicht besser beschreiben.

Ein Kunde mit einer IT-MÜCKE NAS-Box ließ sich von der Telekom von DSL auf das schnellere VDSL umschalten, um höhere Upload-Geschwindigkeiten erzielen zu können.

Vergangenen Sonntag richtete ich seinen neuen Router der Telekom ein: Speedport W 722V Typ B. Die ca. 5 Minuten dauernden Tests verliefen positiv und ich ging davon aus, dass ab sofort schneller gearbeitet werden könnte.

Da täuschte ich mich. Bei diesem Kunden greifen mehrere Filialen von extern über eine VPN-Lösung (OpenVPN) auf die NAS-Box zu - nur das funktionierte nicht mehr. Ich testete den ganzen Montag und den Dienstag-Vormittag, prüfte Verbindungen, beschwichtigte die Mitarbeiter des Kunden und versuchte die Ursache des Problems herauszufinden.

Es zeigte sich, dass die VPN-Verbindung nach einigen Minuten einfach abbrach - Ursache lag in TSL-Handshake-Problemen. Diese Fehlermeldung kann bedeuten, dass eine Firewall den benötigten Port blockiert.

Ich hatte mehrfach sichergestellt, dass der Port korrekt weitergeleitet wurde. Daran konnte es nicht liegen.

Es blieb letztendlich die einzige Lösung: der Router der Telekom musste einen Defekt aufweisen. Nach langen Gesprächen mit diversen Hotlines der Telekom landete ich schließlich bei einem kompetenten aber unfreundlichen Mitarbeiter, der mich darüber aufklärte, dass der Speedport W 722V Typ B Router zwar Ports weiterleite aber keine Protokolle.

Daher würde OpenVPN nicht funktionieren. Na danke… das Gerät Typ A würde dagegen richtig arbeiten. Nach einer weiteren Telefonaktion erfuhr der Kunde, dass er einen neuen Router Speedport 920V kaufen müsse. Nochmals danke.

[Update - teilweise wurde dieser Absatz erweitert] Und nun komme ich auf den eingangs genannten Vergleich zurück: diese Unart den Kunden kastrierte - weil nicht voll funktionsfähige - Router zu verkaufen ohne entsprechende (deutliche?) Hinweise ist wirklich bedenklich. Ich habe 1,5 Tage in die Fehlersuche investiert und die Filialen des Kunden können mehrere Tage nicht arbeiten - alles wegen eines Routers, der nicht voll funktionsfähig ist. Der Kunde prüft jetzt, ob irgendwo in den AGBs versteckt ein Hinweis auf die eingeschränkte Nutzbarkeit steht.

Daher empfehle ich auch weiterhin: setzen Sie professionelle Geräte ein, z.B. die Fritz!Box. Da weiß man, was man bekommt. Auch wenn sie etwas teurer ist.

PS: ähnliche Erfahrungen habe ich auch mit den kastrierten Routern anderer DSL-Anbieter machen dürfen. Die Telekom ist also nicht allein. Das macht es aber auch nicht wirklich besser.


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